Musikverein Windschläg gab ein hervorragendes Jahreskonzert
Für sein erstes Jahreskonzert hatte Windschlägs Dirigent Linus Lehmann gemeinsam mit den Musikern das Motto „Sound of the Isles“ ausgewählt. Auf der Fahrt nach England, Schottland, Wales und Irland war die ganze Bandbreite der Musik dieser Inseln zu hören. Geprägt war das Konzert durch zahlreiche Soloauftritte der Musiker, die alle engagiert, gekonnt und mit offenkundiger Freude das Publikum begeisterten.
Eine Premiere gab es auch für Yannick Bougaran als Leiter des Jugendorchesters JoWiBo aus Windschläg und Bohlsbach. Der Nachwuchs spielte zunächst von Queen „A Kind of Magic“ und danach das emotionale und berührende Stück „Camille“, wofür Hanna Brutscher als Solistin die Melodie beisteuerte.
Eine Auswahl von Melodien aus dem Disney-Filmklassiker „Mary Poppins“ meisterten die jungen Musiker perfekt. Passend dazu hatte Julia Kretschmann bei der Ansorge einen Regenschirm parat, der ihre einfühlsame und hintergründige Moderation auch optisch unterstrich.
Mit der Zugabe „Irish Dreams“ von Kurt Gäble ging die Reise auf die grüne Insel, wo die jungen Musiker mit viel Beifall verabschiedet wurden. Adrian und Constantin Bieser am Schlagwerk, Fabian Weiß mit dem Euphonium und Mayla Sieder mit der Flöte waren zum ersten Mal mit dem Jugendorchester aufgetreten.
Das Orchester unter der Leitung von Linus Lehmann begann seinen Auftritt mit „Gaelforce“. Der Name ist ein Wortspiel aus „Gael“ (gälisch/irisch) und „Gale“ (Sturm). Diese Urgewalt wurde von den Bläsern und dem Schlagwerk zu Gehör gebracht. Das Stück hatte es in sich, oder, wie Linus Lehmann bei einer Probe kundtat, „am in-sich-sten“. Hanna Brutscher spielte auch hierbei nochmals ein großartiges Trompetensolo.
Weiter ging es nach Schottland mit James Swearingens „A Scottish Portrait“ mit typischen Melodien und Rhythmen der Highlands.
Hoffnung, Trost und die Kraft der Gemeinschaft vermittelte „You Raise Me Up“ in Guido Rennerts Arrangement. Ralf Kretschmann begleitete als Solist mit dem Sopransaxophon Tochter Sina, die ihre Querflöte beiseite gelegt hatte und mit ihrer Stimme glänzte. Als Sängerin der Gruppe Sinai bringt sie die entsprechende Erfahrung mit.
Der Militärmarsch „Mercury“ führte im Anschluss in den Norden Englands. Tempo und Kraft zeichnete dieses Werk aus.
Weiter ging es in den englischen Südwesten. Gustav Holst hat mit seiner „Second Suite in F major for Military Band“ auf traditionelle englische Folkmusik zurückgegriffen und bewiesen, dass Militärmusik nicht nur aus Märschen besteht. Luise Häusler mit der Klarinette und Joachim Huber an der Trompete spielten hierzu Soli.
Danach der Höhepunkt des Konzertes. Mit „Baker Street“ von Gerry Rafferty hatte Linus Lehmann ein Stück ausgesucht, das für Saxophonisten eine große Herausforderung, aber auch Begeisterung bedeutet. Ralf Kretschmann, der seit Jahren immer wieder mit seinen Solobeiträgen die Konzerte bereichert, verlangte dabei seinem Altsaxophon alles ab. Das Publikum hielt es nicht einmal während der Darbietungen auf den Sitzen. Stehender Beifall begleiteten die immer wieder variierten Solopassagen.
„Coldplay in Symphony“ mit den Hits „Viva la Vida“ und „Sky Full of Stars“ rundeten das Programm ab. Quentin Wagner (Altsaxophon), Simon Holdermann (Trompete) und Raimar Menzer (Horn) spielten Solopartien.
Ohne Zugaben durften die Musiker nicht von der Bühne: „Don’t stop Me Now“ von Queen mit einem Solobeitrag von Stefanie Knapp auf dem Altsaxophon hatte Linus Lehmann noch im Gepäck, bevor mit „Auld Lang Syne“ ein passender Abschluss gespielt wurde.
Viel Beifall gab es am Ende für ein Konzert, das lange in Erinnerung bleiben wird.
Betina Sauer, im Musikverein als Vorstand für den Bereich Musik zuständig, sprach allen Beteiligten den Dank aus. Besonders würdigte sie die großartige Leistung von Dirigent Linus Lehmann bei seinem ersten Jahreskonzert und den Probefleiß der Musiker.
Der Männergesangverein hatte für den Kartenverkauf am Einlass und für Bewirtung gesorgt. Einige Sponsoren haben mit ihren Beiträgen zum Erfolg des Konzerts ebenso beigetragen wie das Dekoteam, das mit passenden Schirmen, Fahnen und anderen Ausstellungsstücken sowie Pflanzen, zur Verfügung gestellt von der Firma Gartenbau Lang, die passende Atmosphäre geschaffen hatte.


